Wohin soll der Weg mich führen…?

Wohin soll der Weg mich führen … oder wo ist da noch die „Life Balance“?

Ich weiß nicht, ob ihr diese Situation kennt oder nachempfinden könnt? Alles was ich bisher in meinem Leben gemacht habe, hinterfrage ich derzeit! Es gibt Dinge, die kannst du nicht aufhalten aber es gibt auch solche, die man beeinflussen kann. Wohin soll mich der Weg führen?

Wenn ich doch selbst nicht weiß, was ich mit mir anfangen kann?

Jahrelang steckt man in eine Trittmühle fest…

 

Beruflich war ich fest davon überzeugt, die Arbeit die ich verrichtet habe, mache ich bis zu meiner Rente!  Klar gab es in den fast 26 Jahren auch den einen oder anderen Tiefschlag! Doch im großen und ganzen hat mir der Job unglaublich viel Spaß gemacht.

Ich bin jemand, der auf die Menschen zugeht! Ich mag es mich mit den Leuten zu unterhalten und finde es spannend, wie unterschiedlich Menschen in alltäglichen Situationen, reagieren! Ich mag den Stress, wenn „die Hütte“ brennt…

Hinzu kommt – dass ich schon in einem Unternehmen gearbeitet habe – welches eine Menge für seine Mitarbeiter getan hat – selbstverständlich ist das nicht heutzutage und nicht in jedem Unternehmen immer üblich!

Doch das ist die eine Seite der Medaille!

Jetzt nach all diesen Jahren und mit dem Wissen, ich werde definitiv am 31.10.17 dieses Unternehmen verlassen, fängt man an zu resümieren…

Life Balance

Life Balance
Life Balance

Wie heißt es immer so schön? Die „Life Balance“ muss stimmen zwischen Job und Freizeit!

Hinterfragt man das mal genau, wie war es darum gestellt? Kann man (ich) das mit „Ja“ beantworten?

NEIN!

Das kann ich für mich nicht!

Über all die Jahre, habe ich mein Privatleben um die Arbeit herum geplant und das von Beginn an!

Als ich in dem Unternehmen angefangen habe zu arbeiten, wurde gerade der lange Donnerstag (Schlado 😉) einführt. Das war praktisch der einzige Tag, an dem man über 18:30 Uhr in der Woche und am Samstag bis 14:00 Uhr, lange gearbeitet hat.

Wenn man 2 kleine Kinder zu Hause hat, einen Mann der 3 Schichten arbeitet, dann kann man so etwas nur machen, wenn du jemanden hast, der an diesem Tag abends für die Kinder da ist! Zum Glück haben das  damals meine Schwiegereltern übernommen, ansonsten wäre es gar nicht möglich gewesen! Dafür bin ich heute noch dankbar.

Vom Fischer un sien Fru…

Fischer
Vom Fischer un sien Fru…

Oder warum Unternehmen/ der Einzelhandel nie genug bekommen!

Mit dem langen Donnerstag war der Startschuss gefallen!

Bevor dieser eingeführt wurde, gab es im Leben derjenigen, die im Einzelhandel tätig waren noch diesen wunderbaren Begriff von „Life Balance“.

Die Öffnungszeiten wurden immer weiter nach hinten ausgedehnt und der kurze Samstag, auf dem man sich auch im Einzelhandel immer gefreut hat, da man ja da noch so etwas vom Wochenende mit seiner Familie hatte, wurde so zu einem ganz normalen Wochentag auserkoren.

6Tage lang offen von 10.00 – 21.00 Uhr anfangs und je nach Region auch da noch abwandelst… das lässt den Rubel rollen und macht gierig! Mehr, mehr …mehr!

Jedes Jahr, werden die Gewinnerwartungen höher geschraubt – aus einem anfangs „familiärem Unternehmen“ wurde ein Unternehmen, dass auf Kosten der Mitarbeiter und deren Gesundheit, die Schrauben immer enger angezogen hat und enorm gewachsen und expandieren kann!

Durch die langen Arbeitszeiten, musste man als Unternehmer umplanen! Das bedeutete für alle Mitarbeiter und gerade in meinem Tätigkeitsfeld „Kundenservice/ Kasse“, so flexibel wie möglich zu arbeiten!

Die Realität sieht so aus…

Die Realität sieht so aus, dass man, wenn man Frühschicht hatte, in einem Zeitraum, je nach Stundenvolumen – von: 9:00 – 11: 30 Uhr gestartet ist …, wenn man Mittelschicht hatte, von 11:30 – 13:30 Uhr, und ab 13:30 Uhr dann eine Spätschicht verrichtete!

Nun kann man denken, wenn da ein wöchentlicher Turnus besteht, alles gut…

Nein, das Wort „flexibel“ wäre ja „unflexibel“, wenn da nicht noch etwas ginge!

Man plant den Mitarbeiter nach „Stoßzeiten“ ein!

Der Planer hat keine Mitarbeiter vor sich sondern ein „Stundenkontigent“!

Im „Erfolgsgarant“ hierfür:

„Jeden Tag  antanzen, zu unterschiedlichen Zeiten“

Wo bleibt hier bitte die „Life Balance“?

Es gibt sie nicht!

Nicht im Einzelhandel- das ist ein Ammenmärchen!!!

Vielleicht noch ein Wunschgedanke… mehr aber auch nicht!

Das ist die Realität, das ist Tatsache! Man plant sein ganzes Privatleben um den Arbeitseinsatzplan herum!

Wenn dann die Familie und Freunde nicht im Einzehandel tätig sind, machst du eine „lange Nase“!

Lange Wochenenden gibt es einmal im Monat, bedeutet aber nicht, du hast alle vier Wochen frei… weit gefehlt! Da kann es schon sein, dass man in dem einen Monat am Anfang sein freies Wochenende hat und im nächsten Monat, zum Ende hin…

Das Privatleben leidet sehr darunter… es gab viele Tage, an denen man sich gar nicht gesehen hat oder gerade noch eine „Übergabe“ machen konnte!

Wo bleibt da die so genannte „Life Balance“? … ich kann sie nicht erkennen!

… und nun komme ich wieder zurück auf meine eigentliche Überschrift zu diesem Beitrag…

Wohin soll mich der Weg führen…

Ausgeluscht und ausgebrannt fühle ich mich und ich weiß:

So etwas kann ich und will ich nicht mehr! Wenigstens das weiß ich, ich kann diese Art von Flexibilität auch gesundheitlich nicht mehr leisten…

Doch die Frage ist: gibt es einen anderen Weg für mich?

Was kommt?

Wie geht es weiter?

Werde ich eine Arbeit finden, die mich erfüllt?

All das lässt mich derzeit nicht das machen, was ich eigentlich jetzt, nachdem die Randbedingungen festgelegt wurden, tun sollte – nämlich die „freie Zeit“ genießen!!!

Die größte Angst ist doch, bekomme ich überhaupt noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt in meinem Alter?

Die Stellenangebote schreiben immer nur:“ Wir suchen für unser junges, dynamisches Team einen Mitarbeiter!

Ich fühle mich jung und kann mich gut integrieren… ja!

….. aber reicht mein Empfinden um wieder Arbeit zu finden?

Fragen über Fragen… mal sehen wohin mich der Weg führen wird.

… bleibt neugierig und ich bleibe es auch,

eure Wiesche 🌸🌸🌸

 

 

 

 

 

 

6 Antworten auf „Wohin soll der Weg mich führen…?“

  1. Liebe Wiebke, ich wünsche dir beim Finden einer neuen Arbeit viel Erfolg.
    Arbeit die dich erfüllt, wo du die Life Balance hältst, wo du Anerkennung bekommst und trotzdem gutes Geld verdienst. (Das ist ja leider heutzutage wichtig)
    Ich bin mittlerweile fast 10 Jahre da und ich fühle mich „angekommen“. Ich gehe gerne jeden Tag zur Arbeit und kann mir (im Moment)vorstellen, dies bis zu meiner Rente in 23 Jahren zu tun. Natürlich weiß auch ich nicht, wie sich alles so weiter entwickelt, überall wird gespart auf Kosten der Mitarbeiter. Meine rosa Brille trage ich schon lange nicht mehr.
    Und wie du sagst, dieses Drumherum planen mit der Familie, auch Urlaub, ist sehr schwierig und meine Freunde möchte ich auch nicht vernachlässigen.
    Ich kann mich richtig in deine wahren Geschichten reinversetzen.
    Bitte bleib dabei.
    Lg Nicole

    1. Liebe Nicole,
      es freut mich sehr, dass du gerne zur Arbeit gehst. Dieses habe ich auch liebend gerne gemacht als ich noch in Hamburg Altona gearbeitet habe. Dort stimmte eben halt alles!

      Ich bin auch in Wuppertal gern zur Arbeit gefahren und habe es geliebt, die neuen vielen Herausforderungen anzugehen. Doch wenn das zwischenmenschliche auf der Strecke bleibt und du weder von deinem TL noch der höheren Führungsebene unterstützt wirst und eigentlich nach dem Teamtag der Führungskräfte im September (ich hatte mich getraut, meine Erwartungen an eine gute Teamarbeit zu äußern), kontinuierlich gegen mich gearbeitet wurde… Dinge geschehen sind, die ungeheuer sind und waren… dann muss man gehen, bevor das Leben geht!

      Ich hätte mir auch noch vorstellen können in einem anderen Haus unterzukommen… das wollte man und konnte man wohl nicht…

      Nun muss ich einen Schlussstrich ziehen… Samstag war ich das erste Mal seit einem 3/4 Jahr auf „Ikea Boden“ und ich habe gemerkt – da ist nichts mehr..

      Auf zu neuen Ufern, das Leben hält bestimmt noch etwas für mich bereit…

      Lieben Dank für deinen Kommentar und deine lieben Wünsche! 🙂

      Alles Liebe und viel Erfolg weiterhin…
      Wiesche

  2. Ich kann dich in allen Teilen super verstehen und auch ich bereue diesen Schritt nicht einen einzigen Tag. Ich habe einen super Job gefunden,indem sich die Familie und auch mal Zeit für mich perfekt arrangieren lassen. LG Antje

    1. Danke dir liebe Antje!
      Du hast es damals total richtig gemacht, Ikea hat dich doch auch nur hingehalten!

      Ich habe dich damals sehr bewundert, weil ich gedacht habe – ich bin hier gefangen, was kann ich denn für den Arbeitsmarkt vorweisen!

      Das ist auch jetzt so, denn Teamassistentin im Kassen/Kundenservice Bereich habe ich auf meiner Suche nach einem Job noch nicht gefunden!

      Schauen wir mal, wohin mich der Weg führen wird…

      Liebe Grüße Wiesche 🙂

  3. Ach Wiesche, mach den Kopf frei und tu Dinge, die Dir Spaß machen. Jetzt hast Du die Zeit,…….. Du hast sie hart und diplomatisch erkämpft. Niemand weiß, was ab dem 01.11.2017 ist, aber sicherlich wird alles gut. Ein sehr kluger Mensch hat einmal zu mir gesagt: Alles Schlechte hat auch immer was Gutes für sich. Wenn eine Tür zufällt, öffnet sich eine andere. Damals habe ich es nicht verstanden, aber im Nachhinein hat es mir meinen Traumjob als Finanzbuchhalterin ermöglicht. Gut, das ist viele Jahre her, aber auch für Dich öffnet sich eine Tür und Du machst etwas, was Dir Spaß macht. Davon bin ich fest überzeugt. Und denk immer daran, Du bist nicht alleine ….

    1. Liebe Onkel Conny,
      das ist so lieb von dir, ja ich weiß- ich bin nicht allein!
      Doch es gibt halt Tage, wo ich sehr unter meinen Zukunftsängsten leide.

      Ich habe ja auch noch immer ein Unterhaltspflichtiges Kind, wie schaut es aus, wenn ich vielleicht nur noch einen Teilzeitkraft bin oder eben nicht genug verdiene um allem gerecht zu werden…

      Das lässt mich nicht immer ganz los und den Kopf frei machen, um mein Leben komplett genießen zu können!

      Doch ich denke schon, dass es noch etwas anderes gibt außer Ikea!
      Es muss da draußen doch noch irgendetwas geben, was ich tun kann und mir Spaß macht.

      Irgendwie wird schon alles gut und vielleicht lachen wir in ein paar Jahren darüber, wer weiß!

      Fühle dich umarmt
      Wiesche

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